Dienstag, 22. Mai 2012

Zu Besuch in Signore D'Annunzios Villa

              
               Gemäß dem schönen Motto „Muße und Entspannung“, das ich dieses Jahr dem schönen Monat Mai gewidmet habe, waren Herr Stark und ich vergangene Woche auf einer kleinen Urlaubsreise im nördlichen Italien unterwegs. Mal ganz abgesehen davon, daß wir das Erdbeben dort glücklicherweise unbeschadet überstanden haben, haben wir auch die eine oder andere beeindruckende Entdeckung gemacht, wie zum Beispiel die „Vittoriale degli Italiani“.


                  „Il Vittoriale“ war von 1922 bis 1938 der Wohnsitz des italienischen Schriftstellers Gabriele D’Annunzio und wurde nach seinem Tod zu einem Museumskomplex inmitten eines Anwesens von nahezu gigantischen Ausmaßen.
Sollte also noch irgend jemand das klischeehafte Bild eines Schriftstellers im einsamen Kämmerlein vor sich haben, so wird er hier weiß Gott, eines anderen belehrt. Und ich sage es jetzt lieber gleich: Mein Blogeintrag reicht bei weitem nicht aus, um das zu beschreiben, was es dort zu sehen gibt und wer Gabriele D’Annunzio wirklich war. Nur kurz und nachdem, was ich dort gesehen habe, war er sicherlich ein Mann mit gigantischen Träumen, gigantischen Zielen, gigantischen Idealen, einer gigantischen Energie und gigantischer Vorstellungskraft.



                
                Und nur ein Haus? Nein, nicht Gabriele D’Annunzio. Sicherlich nicht. Wie langweilig! Machen wir einen Palast daraus, stellen wir ein Schiff in den Garten, hängen wir ein Flugzeug ins Wohnzimmer, setzen ein U-Boot in den Pool, bauen wir ein Theater in den Vorgarten und hängen wir gigantische Teufelsmasken in die Toilette … man nennt es „einen unnachahmlichen, dannunzianischen Lebensstil“.

 
                    
                Und wer ist nun Gabriele D’Annunzio? - Ich habe mich das auch nach dem Besuch dort immer wieder gefragt, denn man sieht niemals wirklich das Ganze. Ein Schiffsmast zwischen den Zypressen, ein Mausoleum im Himmel, ein Torbogen, der nach nirgendwo führt, ein Theater vor der Haustür …
Nicht nur ein beeindruckender Schriftsteller, nicht nur politisch engagiert, nicht nur ein waghalsiger Flieger und U-Boot Kommandant, nicht nur ein untreuer Liebhaber, nicht nur ein besessener Sammler …



... nichts von alledem und dann doch wieder alles zusammen.

~*~

Sonntag, 13. Mai 2012

Neulich im Keller gefunden ...


        Nein, natürlich tue ich nicht immer nur nichts, so wie das hier seit dem vergangenen Post den Anschein macht. Hahaha, wie schön wäre das denn eigentlich? - Also, ich würde mal sagen, eher ist das Gegenteil der Fall. Ich habe nämlich, außer an diesem einen wunderschönen, faulen Maifeiertag, sehr viel getan in der letzten Zeit und demzufolge leider sehr wenig Zeit für die entsprechenden Dokumentationen beziehungsweise irgendwelche kreativen Experimente gehabt.
Andererseits, wer will denn auch schon hören, wie oft am Tag ich im Büro zum Kopierer gerannt bin? Wie oft ich den Terminkalender von meinem Boss korrigiert und umgestellt und wie oft irgendwelche Meetings verschoben habe? Wieviel Reisekostenabrechnungen ich abgerechnet und wieviele Waschmaschinen ich gewaschen habe? Mit wem ich mittags in der Kantine beim Essen war? Wieviele Meetings ich organisiert, wieviele Emails gelesen und wieviele Kilo Lebensmittel ich im Supermarkt eingekauft habe? Und ob ich nun diese Woche eigentlich beim Tanzen war oder nicht? 
Apropos, ... und wie war denn eigentlich dieser Indische Kochkurs, den ich doch ebenfalls diese Woche mit zwei reizenden Kollegen besuchen wollte?
Ja, ...  und überhaupt, wie weit bin ich denn eigentlich inzwischen mit der Renovierung der Wunderkammer voran gekommen ????
Stimmt, die Fortschritte in der Wunderkammer könnten möglicherweise schon eher interessieren. Mich jedenfalls interessieren anderer Leute Renovierungsprojekte immer sehr. Ich liebe diese "DIY" (DoItYourself) und "BEFORE & AFTER" - Projekte.
Im Hinblick auf die Wunderkammer bin ich übrigens grade dabei, meine Bücher wieder auszupacken und einzuräumen, die ich während der letzten Wochen in Umzugskartons im Keller ausgelagert hatte



Und dort habe ich dieser Tage dann auch dieses uralte, kleine Büchlein von Hans Witzig auf einmal wieder in die Finger bekommen, das ich, wie man glaube ich gut erkennen kann, vor vielen Jahren auch gerne und oft und entsprechend dem ramponierten Zustand, in jeder möglichen und unmöglichen Lebenslage studiert und heiß und innig geliebt habe.







Kurz darauf fand ich dann sogar noch eines meiner damaligen aber leider bisher noch unvollendeten Bilder von zwei kleinen Traumhäuschen, (meiner Interpretation der Anleitungen aus diesem Büchlein), wieder .... 
... hach ... was gäbe ich drum, jetzt in aller Ruhe vor einem dieser Häuschen auf der Bank in der Sonne zu sitzen und ... nichts zu tun ... als höchstens vielleicht ein paar kleine, gemütliche Häuschen zu zeichnen ...  



Stefanie
~*~

Dienstag, 1. Mai 2012

Oh süßes Nichtstun ...

Einen Tag ungestört in Muße zu verleben 
heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein   
(aus China)


~*~


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...